Lo-Fi Musik

 

Die Abkürzung Lo-Fi steht für Low Fidelity, womit Musik bezeichnet wird, die den Anschein erweckt, als sei sie mit alten oder sehr einfachen musikalischen Geräten aufgezeichnet worden. Das Gegenteil dazu bezeichnet man als Hi-Fi (High Fidelity) Musik. Bei Lo-Fi Musik wird ganz bewusst ein Equipment gewählt, das durch technisch nicht ganz aktuelle Musikinstrumente und Studiogeräte „retro“ wirkt.

Vintage portable record player

Die Musik entspricht in Bezug auf Qualität und Klang der Lieder also nicht den modernen Standards. Viele Musiker wollen sich damit ganz bewusst vom „Mainstream“ abgrenzen oder bekennen dadurch ihre Vorliebe für eine Retro-Klangästhetik oder alte musikalische Vorbilder Die Aufnahmeart hat jedoch keine Auswirkung auf die künstlerische Qualität dieser Musik, da alle Effekte gewollt sind. Ein Großteil des Garage Rocks der 60er Jahre und des Punk Rocks der späten 70er kann man dem Genre „Lo-Fi“ zuordnen. Generell erlebte Lo-Fi vor allem während der 70er und 80er Jahre eine Welle des Erfolgs. Mittlerweile gibt es viele Bands, die sich auf diese spezielle Art von Musik spezialisiert haben, sei es weil sie den Klang mögen oder weil sie aus finanziellen Gründen veraltete Technik nutzen. Viele verbinden die Entstehung des Lo-Fis auch mit der Zunahme der Mehrspur- Aufnahmetechnik zu Beginn der 80er Jahre. Da dort ein sehr „glatter“ Sound erzeugt wurde, sehnte man sich zunehmend nach einfach konzipierten und weniger glattgestriegelten Klängen.

Das Lo-Fi Manifest

Nachdem Lo-Fi Musik immer populärer wurde, veröffentlichte die Züricher Stiftung namens Sound Development im Jahre 2007 ein Manifest zum Thema Lo-Fi Aufnahmen. Das Manifest beinhaltet 7 Punkte, die gewisse Richtlinien zur Aufnahme darstellen. Der erste Punkt gibt an, dass Lieder an einem Tag aufgenommen werden müssen. Des Weiteren sollten sich alle Instrumente und Beteiligten in einem Zimmer aufhalten. Die Backline und Mikrofonierung sollte bei jeder Aufnahme identisch sein. Außerdem sollten nicht mehr als 10 Mischpultkanäle verwendet werden und diese sollten während der Aufnahme auf zwei Kanäle zusammengelegt werden. Darüber hinaus sollten nur Equalizer und Kompressoren zur Veränderung des Klangs verwendet werden und nicht mehr als ein Effektgerät. Weiterhin ist es untersagt, die Musik im Nachhinein zu schneiden, etwas hinzuzufügen oder etwas zu entfernen. Das Ergebnis sollte schließlich auch veröffentlicht werden. Lo-Fi Musik wird oftmals auch mit einer musikalischen Bewegung des amerikanischen Undergrounds zu Beginn der 80er Jahre in Verbindung gebracht.

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